Konto eröffnen

Konto eröffnen: Unterlagen und Ablauf.

Mann bearbeitet am Laptop eine Kontoeröffnung, KI-generiertes Symbolbild

Ein guter Antrag beginnt mit dem richtigen Kontomodell. Prüfen Sie Leistungen, Kosten und Identifizierung, bevor Sie persönliche Angaben übermitteln. So vermeiden Sie Umwege und unnötige Rückfragen.

Zuerst klären
Normales Konto oder Basiskonto?
Immer relevant
Identität und Vertragsbedingungen
Nach der Eröffnung
Zugang und Zahlungen einrichten

1. Die benötigten Kontofunktionen festlegen

Schreiben Sie auf, wofür Sie das neue Konto verwenden möchten. Für ein Hauptkonto zählen insbesondere regelmäßige Geldeingänge, Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge und eine im Alltag passende Karte. Bei einer reinen Ergänzung zu einem bestehenden Konto können andere Funktionen im Vordergrund stehen.

Berücksichtigen Sie auch, wie Sie das Konto bedienen werden. Wenn Sie keinen zuverlässigen Zugang zu einem Smartphone haben, kann ein ausschließlich per App nutzbares Produkt unpraktisch sein. Benötigen Sie Bargeldeinzahlungen, sollten Sie vorher die verfügbaren Orte, Wege und Entgelte prüfen. Eine Eröffnung allein wegen einer günstigen Grundgebühr löst diese Anforderungen nicht.

  • Welche Zahlungen gehen monatlich ein und wann?
  • Welche Lastschriften und Daueraufträge müssen funktionieren?
  • Wie häufig brauchen Sie Bargeld oder Einzahlungen?
  • Benötigen Sie Zugang über Browser, App oder eine Filiale?
  • Ist Pfändungsschutz erforderlich oder steht ein Kontowechsel an?

Diese kurze Übersicht hilft auch beim Lesen des Vertrags: Sie wissen dann, welche Bedingungen für Sie wichtig sind und welche Extras Sie nicht benötigen. Ein Dispo gehört nur dann auf die Wunschliste, wenn Sie bewusst eine Kreditfunktion suchen; er ist keine Voraussetzung für normalen Zahlungsverkehr.

2. Gewöhnliches Konto und Basiskonto unterscheiden

Bei einem gewöhnlichen Girokonto gelten die Annahmebedingungen des Instituts. Es kann beispielsweise seine geschäftliche Ausrichtung, Identifizierungsverfahren und eine Bonitätsprüfung berücksichtigen. Die Aussage „auf Guthabenbasis“ klärt dabei noch nicht, ob eine SCHUFA-Abfrage oder Meldung vorgesehen ist.

Das Basiskonto hat einen anderen Ausgangspunkt: Der gesetzliche Zugang ist an einen berechtigten Personenkreis und bestimmte Voraussetzungen gebunden. Negative Bonität allein ist kein Ablehnungsgrund. Ein bereits tatsächlich nutzbares Zahlungskonto in Deutschland kann jedoch relevant sein. Lesen Sie dazu den Ratgeber zum Basiskonto.

Wenn Sie ein Basiskonto möchten, benennen Sie dies ausdrücklich. Das normale Onlineformular einer Bank muss nicht zugleich das gesetzliche Basiskontoformular sein. Ein fehlgeschlagener Standardantrag löst daher nicht automatisch die Prüfung des Basiskontoanspruchs aus. Fordern Sie gegebenenfalls das dafür vorgesehene Formular an.

Den Zweck klar benennenNotieren Sie für sich, welches Produkt Sie beantragen. Bewahren Sie die Produktbezeichnung und eine Kopie des Antrags auf. So lässt sich eine Rückfrage oder Ablehnung später dem richtigen Verfahren zuordnen.

3. Die erforderlichen Unterlagen

Institute müssen ihre Kunden nach den gesetzlichen Vorgaben identifizieren. Typische Angaben betreffen Name, Geburtsdaten, Anschrift und Staatsangehörigkeit. Welche Dokumente das gewählte Verfahren akzeptiert, erfahren Sie beim Institut. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass kann in Betracht kommen; je nach Situation werden ergänzende Angaben oder Nachweise benötigt.

Für bestimmte berechtigte Personengruppen beim Basiskonto gelten besondere Nachweismöglichkeiten. Ein Dokument, das für die rechtliche Identifizierung geeignet ist, wird nicht zwingend von jedem automatisierten Videoverfahren unterstützt. Klären Sie deshalb die Kombination aus Ihrem Dokument und dem angebotenen Verfahren vorab.

BereichVorbereitung
BereichIdentitätVorbereitungGeeignetes gültiges Dokument und mit dem Antrag übereinstimmende Angaben.
BereichErreichbarkeitVorbereitungEigene erreichbare Kontaktangaben und eine geeignete Zustellmöglichkeit.
BereichBestehende KontenVorbereitungBei einem Basiskonto wahrheitsgemäße Angaben; Kündigung oder Schließungsmitteilung griffbereit.
BereichTechnischer ZugangVorbereitungGeeignetes Gerät, sichere Verbindung und Zugang zur eigenen E-Mail-Adresse.
BereichProduktbedingungenVorbereitungGegebenenfalls Nachweis für eine ausdrücklich vereinbarte Vergünstigung oder Zusatzfunktion.

Ein Einkommensnachweis ist nicht pauschal für jedes Zahlungskonto vorgeschrieben. Er kann bei bestimmten Produktbedingungen oder einer zusätzlichen Kreditfunktion relevant werden. Geben Sie nur die für das konkrete Verfahren erforderlichen Unterlagen über einen verifizierten sicheren Kanal weiter.

4. Kosten und Datenverarbeitung vorab lesen

Nehmen Sie sich Zeit für die Entgeltinformation und das Preis- und Leistungsverzeichnis. Die Entgeltinformation stellt wesentliche Dienste übersichtlich dar; im detaillierten Verzeichnis stehen zusätzliche Fälle. Prüfen Sie insbesondere Kontoführung, Karte, Bargeld, einzelne Buchungen und Leistungen außerhalb des Euro-Zahlungsalltags.

Kostenfreiheit kann Bedingungen haben. Ein Mindestgeldeingang ist nicht automatisch dasselbe wie ein bestimmtes Gehalt. Welche Zahlungen zählen, muss aus den Produktregeln hervorgehen. Planen Sie auch einen Monat ein, in dem die Voraussetzung möglicherweise nicht erfüllt wird. Entscheidend ist, ob Sie die dann fälligen Gebühren tragen möchten.

Lesen Sie außerdem, wer Ihr Vertragspartner ist und wie Daten an Auskunfteien übermittelt werden. Der Markenname einer App kann sich vom Namen der Bank unterscheiden, die das Konto tatsächlich führt. Prüfen Sie die Rollen und den Schutz Ihrer Gelder im Ratgeber zur Kontosicherheit.

Speichern Sie die bei Vertragsschluss geltenden Unterlagen für Ihre eigenen Aufzeichnungen. Eine spätere Websiteversion kann andere Bedingungen enthalten. Ihre Kopie erleichtert es, Gebühren, Rechte und vereinbarte Funktionen dem richtigen Zeitpunkt zuzuordnen.

5. Den Antrag vollständig und nachvollziehbar stellen

Verwenden Sie die vom Institut vorgesehene Antragsstrecke oder das richtige Formular. Achten Sie auf identische Namensschreibweisen und vollständige Kontaktdaten. Wenn ein Formular keine passende Auswahl für Ihre Situation anbietet, fragen Sie nach, statt eine unzutreffende Angabe auszuwählen, nur um den Prozess fortsetzen zu können.

Beim Basiskonto sind Angaben zu bereits vorhandenen Konten besonders wichtig. Wurde das alte Konto gekündigt, legen Sie die entsprechende Mitteilung bei. Benötigen Sie zugleich Pfändungsschutz, können Sie die P-Konto-Führung schon im Basiskontoantrag verlangen. Der Wunsch sollte ausdrücklich dokumentiert werden.

Bewahren Sie eine Antragskopie und einen Nachweis des Eingangs auf. Beim Basiskonto hat das Institut den Eingang unter Beifügung einer Abschrift zu bestätigen. Bei anderen Verfahren können etwa eine Bestätigungsnachricht oder eine Vorgangsnummer helfen, Rückfragen zuzuordnen.

Ein Antrag ist noch kein vollständig nutzbares Konto. Verlegen Sie deshalb regelmäßige Zahlungen nicht allein aufgrund einer vorläufigen Bestätigung. Warten Sie auf die maßgeblichen Vertrags- und Zugangsinformationen und prüfen Sie, ob die notwendigen Funktionen eingerichtet sind.

6. Identifizieren und Zugang sicher einrichten

Je nach Institut kommen unterschiedliche Verfahren zur Identifizierung in Betracht, beispielsweise in einer Geschäftsstelle, über ein angebotenes Postverfahren, per Video oder mit einer unterstützten elektronischen Identität. Nutzen Sie ausschließlich die vom Institut bestätigten Wege. Prüfen Sie bei E-Mails oder Nachrichten, ob sie wirklich zu Ihrem Antrag gehören.

Eine Bank benötigt für die Identifizierung nicht, dass Sie einer fremden Person die Kontrolle über Ihren Computer geben oder eine Überweisung an ein angebliches Sicherheitskonto freigeben. Seien Sie besonders aufmerksam, wenn ein vermeintlicher Supportkontakt Zugangsdaten oder TANs verlangt. Lesen Sie jede Freigabeanzeige und bestätigen Sie nur die tatsächlich gewünschte Handlung.

Richten Sie nach dem Vertragsschluss die Authentifizierung sorgfältig ein. Ein eigenes starkes Passwort und ein geschütztes E-Mail-Konto sind ebenso wichtig wie die Banking-App. Halten Sie die Informationen zur Wiederherstellung bei Geräteverlust und zum Sperren der Karte an einem sicheren, separat erreichbaren Ort bereit.

Wenn eine Identifizierung scheitert, prüfen Sie zunächst Dokumentgültigkeit, Schreibweise und technische Voraussetzungen. Fragen Sie bei Dokumentproblemen nach einer zulässigen Alternative. Versenden Sie nicht ungefragt zusätzliche sensible Unterlagen an eine nicht verifizierte Adresse.

7. Bearbeitungszeit und Rückfragen

Für gewöhnliche Girokonten hängt der Ablauf vom Institut, dem Verfahren und möglichen Rückfragen ab. Eine Werbung mit schneller Antragstellung ist nicht dasselbe wie eine verbindliche Zeit bis zur nutzbaren Karte. Die verschiedenen Schritte können unterschiedliche Zeit benötigen.

Beim Basiskonto muss das Institut den Abschluss des Vertrags grundsätzlich spätestens innerhalb von zehn Geschäftstagen nach Eingang des maßgeblichen Antrags anbieten. Eine Ablehnung ist ebenfalls grundsätzlich binnen zehn Geschäftstagen zu erklären. Die Vorschriften unterscheiden Vertragsangebot und nachfolgende technische Bereitstellung.

Fragen Sie bei einer Rückmeldung konkret, was noch fehlt und über welchen Kanal die Unterlagen eingereicht werden sollen. Halten Sie die Antwort fest. Mehrere neue Anträge bei derselben Bank sind häufig weniger hilfreich als die gezielte Klärung eines vorhandenen Vorgangs.

Erhalten Sie eine Absage, klären Sie zuerst das abgelehnte Kontomodell. Bei einem Basiskonto bestehen gesetzlich begrenzte Ablehnungsgründe und vorgesehene Rechtsschutzwege. Was Sie tun können, lesen Sie unter Konto abgelehnt.

8. Das neue Konto im Alltag übernehmen

Prüfen Sie nach der Eröffnung IBAN, Kontoinhabername, Zugang und die vereinbarte Karte. Eine kleine eigene Testüberweisung kann helfen, die Kontoverbindung zu kontrollieren; beachten Sie dabei die für Ihr Produkt geltenden Gebühren. Prüfen Sie ebenfalls, ob Sie Überweisungen freigeben und Kontoauszüge abrufen können.

Informieren Sie Zahlungspartner geordnet über die neue Kontoverbindung. Dazu zählen Arbeitgeber oder Leistungsträger, Vermieter, Energieversorger, Versicherungen und weitere Stellen mit regelmäßigen Zahlungen. Kartenabonnements müssen oft getrennt von Lastschriften umgestellt werden.

Kündigen Sie ein bisheriges Konto erst mit einem abgestimmten Übergang, sofern die Situation dies zulässt. Kontrollieren Sie, ob neue Geldeingänge und die ersten wichtigen Abbuchungen angekommen sind. Bei einem Basiskontoanspruch oder einem P-Konto-Wechsel gelten zusätzliche Besonderheiten; planen Sie den Wechsel nicht allein anhand einer allgemeinen Checkliste.

Unser Kontowechsel-Ratgeber hilft bei der Zahlungsübersicht. Bewahren Sie danach auch Abschlussauszüge und die Bestätigung einer Kündigung auf. Damit bleiben frühere Buchungen und die Beendigung der alten Kontoverbindung nachvollziehbar.

Häufige Fragen

Fragen zur Kontoeröffnung

Antworten auf häufige Fragen zu diesem Thema.

Kann ich ohne SCHUFA-Abfrage ein Konto eröffnen?

Ob ein bestimmtes Institut darauf verzichtet, ergibt sich aus seinen konkreten Bedingungen. Auch dann bleiben Identifizierung und weitere gesetzlich erforderliche Prüfungen möglich. Guthabenbasis allein ist kein Nachweis für den Verzicht.

Muss ich einen Gehaltsnachweis einreichen?

Nicht pauschal für jedes Konto. Entscheidend sind das Kontomodell und gegebenenfalls zusätzliche Leistungen oder Vergünstigungen. Ein Basiskontoanspruch darf nicht allein an fehlendem Gehalt scheitern.

Kann ich das Basiskonto online beantragen?

Das Institut muss das gesetzliche Antragsformular bei vorhandenem Internetauftritt auch dort bereitstellen. Wie Sie den ausgefüllten Antrag und die Identitätsprüfung abschließen, richtet sich nach den vorgesehenen Verfahren.

Was passiert, wenn Videoident nicht klappt?

Prüfen Sie technische Probleme und die Unterstützung Ihres Dokuments. Fragen Sie das Institut nach einer anderen zulässigen Identifizierung. Das Scheitern eines technischen Verfahrens beantwortet einen gesetzlichen Basiskontoanspruch nicht automatisch.

Kann ich mit einem ausländischen Pass ein Konto eröffnen?

Welche gültigen Dokumente akzeptiert werden, hängt von den gesetzlichen Vorgaben und dem Identifizierungsverfahren ab. Klären Sie dies vorab direkt mit dem Institut. Beim Basiskonto gelten besondere Regeln für den berechtigten Personenkreis.

Wann kann ich die IBAN meinem Arbeitgeber mitteilen?

Sobald Ihnen die bestätigte Kontoverbindung und die nötigen Vertragsinformationen vorliegen. Prüfen Sie den Kontoinhabernamen und den funktionierenden Zugang, bevor Sie alle Zahlungen umstellen. Eine bloße Antragseingangsbestätigung reicht dafür nicht.

Kann ich hier Unterlagen zur Prüfung hochladen?

Nein. Dieses Portal nimmt keine Kontoanträge oder Bankunterlagen entgegen. Geben Sie solche Informationen ausschließlich über die dafür vorgesehenen sicheren Wege des ausgewählten Instituts weiter.

Was soll ich nach einer Ablehnung aufbewahren?

Antragskopie, Eingangsbestätigung, Produktbezeichnung, Ablehnung und bisherigen Schriftwechsel. Bei einem Basiskonto sind diese Unterlagen auch für eine mögliche Prüfung durch die BaFin wichtig.

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