Ratgeber

Girokonto: Kosten und Gebühren.

Kontokosten mit Notizbuch und Taschenrechner berechnen, KI-generiertes Symbolbild

Eine niedrige Monatsgebühr beantwortet nur einen Teil der Kostenfrage. Entscheidend ist, wie Sie Ihr Konto nutzen. Rechnen Sie Karte, Bargeld und einzelne Aufträge mit ein – und prüfen Sie Bedingungen für Vergünstigungen.

Vergleichsbasis
Ihre Nutzung über ein Jahr
Unterlagen
Entgeltinformation & Preisverzeichnis
Basiskonto
Angemessene Entgelte vorgeschrieben

Die Monatsgebühr ist der Anfang

Kontomodelle verteilen ihre Entgelte unterschiedlich. Bei einem Modell steckt vieles in einer monatlichen Grundgebühr, bei einem anderen werden einzelne Leistungen abgerechnet. Deshalb ist eine scheinbar günstige Grundgebühr nicht automatisch die preiswerteste Lösung für Ihren Alltag.

Ermitteln Sie zuerst Ihre regelmäßigen Vorgänge. Nutzen Sie Bargeld einmal im Monat oder mehrmals pro Woche? Zahlen Sie häufig Bargeld ein? Brauchen Sie eine physische Karte, eine weitere Karte oder Aufträge am Schalter? Die Antworten verändern das Kostenbild, ohne dass ein Modell allgemein gut oder schlecht sein muss.

Eine SCHUFA-Abfrage sagt nichts über die Höhe oder Angemessenheit der Entgelte aus. Ebenso ist „auf Guthabenbasis“ kein Preisversprechen. Bei einem Basiskonto gibt es gesetzliche Anforderungen an die Angemessenheit; ein allgemeiner Anspruch auf ein kostenloses Konto folgt daraus nicht.

Welche Gebühren Sie berücksichtigen sollten

KostenartWichtige Frage
KostenartKontoführungWichtige FrageWelche monatliche Gebühr fällt an, wenn alle oder keine Vergünstigungsbedingungen erfüllt sind?
KostenartKartenWichtige FrageWelche Karte ist enthalten und welche kostet zusätzlich pro Monat oder Jahr?
KostenartBargeld abhebenWichtige FrageWelche Automaten, Länder, Freikontingente und Mindestbeträge gelten?
KostenartBargeld einzahlenWichtige FrageWo geht es, gibt es Prozentgebühren oder einen Mindestpreis je Einzahlung?
KostenartÜberweisungen und AufträgeWichtige FrageSind digitale, beleghafte oder persönlich erteilte Aufträge unterschiedlich bepreist?
KostenartAuslandsnutzungWichtige FrageWie werden Fremdwährungen umgerechnet und welche gesonderten Entgelte entstehen?
KostenartWeitere LeistungenWichtige FrageWelche Kosten gelten etwa für bestimmte Ersatzunterlagen oder Zusatzfunktionen?

Die Tabelle ist eine Prüfliste und keine Behauptung, dass jeder Anbieter alle diese Entgelte verlangt oder verlangen darf. Die Zulässigkeit einer Gebühr hängt von der konkreten Leistung und den gesetzlichen Regeln ab. Eine Position im Preisverzeichnis beendet eine rechtliche Prüfung nicht.

Achten Sie auch auf Entgelte anderer Beteiligter. Ein Geldautomatenbetreiber kann vor einer Abhebung ein eigenes Entgelt anzeigen. Eine vom Kontomodell versprochene kostenlose Nutzung muss daher auf den genau beschriebenen Leistungsumfang bezogen werden. Lesen Sie den Bildschirm, bevor Sie den Vorgang abschließen.

Entgeltinformation und Preisverzeichnis zusammen lesen

Das Zahlungskontengesetz sieht standardisierte Informationen zu wesentlichen Entgelten vor. Die Entgeltinformation soll vor Vertragsschluss einen verständlichen Überblick ermöglichen. Sie ist für den Einstieg besonders hilfreich, ersetzt aber nicht sämtliche Bedingungen des Produkts.

Das Preis- und Leistungsverzeichnis enthält regelmäßig weitere Vorgänge und Einzelheiten. Vergleichen Sie immer Unterlagen für dasselbe Kontomodell und denselben Gültigkeitszeitraum. Eine allgemeine Konditionsübersicht kann mehrere Varianten zusammenfassen; Fußnoten entscheiden dann darüber, welche Zeile für Sie gilt.

Nach § 10 ZKG ist eine Entgeltaufstellung für den zurückliegenden Zeitraum vorgesehen. Sie kann helfen, die tatsächliche Nutzung und Belastung nachzuvollziehen. Nutzen Sie zusätzlich Ihre Kontoauszüge, wenn bestimmte Einzelleistungen oder Buchungszeitpunkte unklar sind.

  1. Genaue Produktbezeichnung und Gültigkeitsdatum der Unterlagen notieren.
  2. Monatliche und jährliche feste Gebühren markieren.
  3. Ihre typischen kostenpflichtigen Einzelvorgänge ergänzen.
  4. Bedingungen und Ausnahmen aus Fußnoten übertragen.
  5. Das Ergebnis mit tatsächlich gebuchten Entgelten vergleichen.

Bei Widersprüchen sollten Sie beim Institut konkret nachfragen. Lassen Sie sich nicht nur bestätigen, dass ein Konto „günstig“ ist, sondern welche Gebühr bei Ihrem genannten Vorgang anfällt. Bewahren Sie die Antwort zusammen mit den Vertragsunterlagen auf.

Was „kostenlos“ konkret voraussetzen kann

Eine Kontoführungsgebühr kann entfallen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Möglich sind etwa ein definierter monatlicher Geldeingang oder eine im Vertrag näher beschriebene Kundengruppe. Entscheidend ist der genaue Wortlaut. Eine normale Überweisung, ein Gehalt und eine Eigenüberweisung müssen nicht in jeder Bedingung gleich behandelt werden.

Prüfen Sie den Zeitraum: Zählt jeder Kalendermonat einzeln? Wird ein Mindestbetrag verlangt? Welche Gebühr entsteht bei Unterschreitung? Eine Bedingung, die Sie im Normalfall leicht erfüllen, kann während Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder eines Arbeitgeberwechsels vorübergehend nicht erfüllt sein.

Unterscheiden Sie außerdem kostenlose Kontoführung von einem insgesamt kostenlosen Zahlungsalltag. Die Monatsgebühr kann null sein, während Karte, Bargeld oder Fremdwährungsnutzung Geld kosten. Ein Startbonus wiederum ist keine dauerhaft niedrige Gebühr. Verteilen Sie einen einmaligen Vorteil nicht gedanklich auf unbegrenzt viele Jahre.

Zwei Varianten rechnenErstellen Sie eine Rechnung mit erfüllter Vergünstigung und eine zweite ohne diese Voraussetzung. So erkennen Sie, ob das Konto auch in einem weniger günstigen Monat zu Ihrem Budget passt.

Ein fiktives Beispiel für Jahreskosten

Das folgende Beispiel verwendet frei gewählte Zahlen und beschreibt kein Angebot einer Bank. Es zeigt nur die Rechenmethode: Zwölf Monatsgebühren plus jährliche Kartenkosten plus die Summe der erwarteten Einzelentgelte ergeben Ihre geschätzten Jahreskosten.

Rechenbeispiel ohne Anbieterbezug
Fiktive PositionAnnahmeJahresbetrag
Fiktive PositionKontoführungAnnahme12 × 4,90 €Jahresbetrag58,80 €
Fiktive PositionKarteAnnahmeEinmal jährlich 12,00 €Jahresbetrag12,00 €
Fiktive PositionKostenpflichtige AbhebungenAnnahme12 × 2,00 €Jahresbetrag24,00 €
Fiktive PositionGesamtAnnahmeKeine weiteren kostenpflichtigen Leistungen angenommenJahresbetrag94,80 €

Die 94,80 Euro entsprechen im Durchschnitt 7,90 Euro pro Monat. Das ist nur unter den genannten Annahmen richtig. Fallen zusätzliche Abhebungen oder andere Entgelte an, steigt die Summe. Werden mehr Leistungen kostenlos erbracht, sinkt sie. Verwenden Sie für Ihre Entscheidung ausschließlich die gültigen Preise des tatsächlich betrachteten Produkts.

Vergleichen Sie zwei Modelle mit derselben Nutzung. Es wäre irreführend, bei einem Konto nur die Grundgebühr und beim anderen sämtliche Zusatzkosten zu zählen. Notieren Sie unsichere Annahmen offen: etwa die Frage, wie viele Bargeldeinzahlungen Sie voraussichtlich wirklich benötigen.

Für unregelmäßige Ausgaben ist eine Jahressicht sinnvoll. Eine seltene Reise oder eine jährlich abgerechnete Karte kann in einem einzelnen normalen Monat leicht übersehen werden. Gleichzeitig sollten Sie realistisch bleiben und nicht jede theoretisch mögliche Sonderleistung als sichere Ausgabe einrechnen.

Bargeld und Karte als praktische Kostentreiber

Bei Bargeld zählt nicht nur der Preis einer einzelnen Abhebung, sondern auch die Erreichbarkeit. Ein kostenlos nutzbarer Automat hilft wenig, wenn er weit außerhalb Ihres Alltags liegt. Prüfen Sie die verfügbaren Wege in der Nähe von Wohnung, Arbeit oder regelmäßig besuchten Geschäften.

Für Karten unterscheiden sich Leistungsumfang und Abrechnung. Eine Debitkarte belastet das zugehörige Konto typischerweise zeitnah. Eine Karte mit Kreditfunktion kann andere Gebühren und zusätzliche Risiken durch Teilzahlung mitbringen. Prüfen Sie deshalb zuerst die Kartenart und danach ihre Kosten, statt allein auf das aufgedruckte Netzwerkzeichen zu schauen.

Bei Reisen können Umrechnungskurse, Fremdwährungsentgelte und fremde Automatenentgelte zusammenwirken. Wird am Terminal eine Umrechnung in Euro angeboten, sollten Sie den angebotenen Kurs und die Bedingungen mit der Abrechnung durch Ihre Bank vergleichen. Eine verständliche Anzeige in Euro ist nicht automatisch günstiger.

Reservierungen, etwa für eine Hotelkaution, sind nicht in jedem Fall eine Gebühr. Sie können aber Ihren verfügbaren Betrag vorübergehend verringern. Die Liquiditätswirkung gehört zur Planung, auch wenn daraus später keine zusätzliche endgültige Belastung entsteht.

Was für die Kosten eines Basiskontos gilt

Für grundlegende Dienste eines Basiskontos müssen die vereinbarten Entgelte nach § 41 ZKG angemessen sein. Maßgeblich sind insbesondere marktübliche Entgelte und das Nutzerverhalten. Der Gesetzestext nennt keinen einheitlichen Eurobetrag, der jedes Basiskonto unabhängig von seinen Leistungen kosten darf.

Vermeiden Sie deshalb zwei pauschale Schlüsse: Das Konto muss nicht allein wegen des gesetzlichen Anspruchs kostenlos sein. Umgekehrt ist nicht jede verlangte Gebühr rechtmäßig, nur weil sie im Vertragsdokument steht. Bei auffälligen Entgelten kommt es auf die konkrete Gestaltung und rechtliche Bewertung an.

Wenn Sie bestehende Entgelte überprüfen lassen möchten, sammeln Sie den Kontovertrag, das gültige Preisverzeichnis und die gebuchten Kosten. Beschreiben Sie auch Ihre tatsächliche Nutzung. Damit kann eine Verbraucherberatung oder Rechtsberatung die berechneten Gebühren prüfen.

Für die Auswahl vor einer Eröffnung können Sie Konditionen verschiedener Basiskonten gegenüberstellen. Prüfen Sie dabei ebenso den Zugang zu Bargeld, die Karte und den Kundenservice. Die günstigste rechnerische Variante ist nicht hilfreich, wenn Sie notwendige Leistungen praktisch nicht nutzen können.

Gebührenänderungen und unerwartete Belastungen prüfen

Kontrollieren Sie Entgeltbuchungen regelmäßig. Stimmen Betrag, Zeitraum und Kontomodell? Wurde eine Vergünstigungsbedingung nicht erfüllt? Bezieht sich die Buchung auf eine einzeln beauftragte Leistung? Eine sachliche Zuordnung steht vor der Frage, ob Sie widersprechen oder wechseln möchten.

Bei einer Änderung der Konditionen sollten Sie die Nachricht des Instituts, das bisherige Preisverzeichnis und den vorgeschlagenen neuen Stand gemeinsam lesen. Welche Zustimmung, Frist oder Kündigungsmöglichkeit gilt, hängt von der Änderung und den anwendbaren Regeln ab. Ein allgemeines Schweigen sollte nicht ungeprüft als Zustimmung oder als sichere Ablehnung verstanden werden.

Können Sie eine Belastung nicht nachvollziehen, fragen Sie mit Buchungsdatum, Betrag und Verwendungszweck nach. Übermitteln Sie dabei nur die erforderlichen Angaben. Wenn Sie einen Wechsel erwägen, rechnen Sie die Kosten des Übergangs mit ein und organisieren Sie laufende Zahlungen, bevor das alte Konto endet.

Eine gute Kostenprüfung ist kein einmaliger Vorgang. Ändern sich Ihr Einkommen, Ihre Bargeldnutzung oder Ihr Wohnort, kann sich auch die passende Kontoführung ändern. Nutzen Sie Ihre jährliche Entgeltaufstellung als Anlass, die tatsächliche Nutzung mit den vertraglichen Bedingungen abzugleichen.

Häufige Fragen

Fragen zu Gebühren und Kontokosten

Antworten auf häufige Fragen zu diesem Thema.

Ist ein Konto ohne SCHUFA immer teurer?

Daraus lässt sich kein allgemeiner Preis ableiten. Prüfen Sie die tatsächlichen Entgelte, Funktionen und Bedingungen des Produkts. Die Datenverarbeitung bei der SCHUFA ist eine andere Eigenschaft als der Kontopreis.

Muss ein Basiskonto kostenlos sein?

Nein. Für seine grundlegenden Leistungen müssen vereinbarte Entgelte angemessen sein. § 41 ZKG nennt insbesondere marktübliche Entgelte und das Nutzerverhalten als Kriterien.

Reicht die Monatsgebühr für einen Vergleich?

Nein. Ergänzen Sie Kartengebühren und die Einzelentgelte für Ihre übliche Nutzung. Rechnen Sie möglichst ein ganzes Jahr und berücksichtigen Sie Bedingungen für Vergünstigungen.

Ist jede Debitkarte kostenlos?

Nein. Eine Debitkarte beschreibt die Art der Belastung, nicht ihren Preis. Eine Karte kann enthalten sein oder ein gesondertes Entgelt haben. Prüfen Sie auch Ersatzkarten und Zusatzkarten im konkreten Vertrag.

Warum kann ein Automat zusätzliche Kosten anzeigen?

Neben den Gebühren Ihres Kontomodells können Entgelte des Automatenbetreibers anfallen. Lesen Sie die Anzeige vor der Bestätigung und prüfen Sie, was Ihre Bank tatsächlich übernimmt.

Was ist eine Entgeltaufstellung?

Sie informiert über angefallene Entgelte für den zurückliegenden Zeitraum. Die gesetzlich vorgesehene Aufstellung kann Ihnen helfen, die jährliche Belastung und Ihr Nutzungsverhalten zu überprüfen.

Sind die Zahlen im Rechenbeispiel ein Kontotarif?

Nein. Die Werte sind frei gewählt und erklären nur die Rechenmethode. Für eine Kontoentscheidung benötigen Sie die gültige Entgeltinformation und das Preisverzeichnis des jeweiligen Instituts.

Wie gehe ich gegen eine unklare Gebühr vor?

Ordnen Sie die Buchung dem Vertrag und der betreffenden Leistung zu. Fragen Sie das Institut konkret nach der Grundlage. Für die rechtliche Bewertung strittiger Entgelte können Verbraucherberatung oder Rechtsberatung helfen.

Weitere Ratgeber

Ähnliche Themen.

Quellen und weiterführende Informationen

Fachliche Grundlagen, geprüft am 2. Oktober 2026.

Kontoeröffnung

So eröffnen Sie Ihr Konto.

Welche Unterlagen Sie brauchen und wie Antrag und Identitätsprüfung ablaufen.

Konto eröffnen